Die Stadt ob Sankt Christophstal - so wurde Freudenstadt genannt ehe der Herzog ihr im Jahre 1601 den Namen Freudenstadt gab. Kühn sein Plan und Vorhaben, hier auf einer Höhe von 700 Metern, eine Stadt zu erbauen. Schnell wuchs die neue Stadt und aus des Herzogs persönlichem Schmuckstück wurde alsbald die weltbekannte Kurstadt im Schwarzwald.


Die Arkaden in Freudenstadt | Kirchengässle mit Blick auf die Stadtkirche
Die Geschichte der jungen Bergstadt überm Christophstal ist seit Anbeginn geprägt von den Einflüssen württembergischer, deutscher, ja europäischer Politik. Der Stadtgründer Herzog Friedrich I. sah im Bau der Residenzstadt Freudenstadt die kommende Hauptstadt des Herzogtums im Zentrum Europas. Ein Bollwerk des Protestantismus gegen die habsburgische Großmacht. Nach seinem Tod wurden diese Pläne jah verworfen und Freudenstadt litt wie alle anderen Regionen Württembergs schwer unter den Lasten des Dreißigjährigen Krieges. Das strategisch wichtige Freudenstadt wurde Durchgangsstation der kaiserlichen, schwedischen und französischen Truppen und hatte dabei unter den Plünderungen aller zu leiden. 
Am Stadthaus
Es folgten Jahre, in denen sich die Freudenstädter mehr schlecht als recht als Tuchmacher und Nagelschmiede sowie als Schankwirte für die Durchreisenden ins Badische oder ins Neckartal ein kleines doch ausreichendes Leben sicherten. Alsbald folgten die Jahre der Neuordnung Europas unter Napoleon, die Revolution auch in Deutschland, selbst in Freudenstadt. Frankreich, noch in den Jahren unter Herzog Friedrich I. eng mit Württemberg in Freundschaft verbunden, wurde nun zum Erbfeind deutscher Politik. Das ehemals württembergische Südelsass zum Zankapfel eines unerbittlichen Streits, der in den beiden Weltkriege mündete. Die Zerstörung Freudenstadts in jenen schicksalshaften letzten Kriegstagen im April 1945 war der Höhepunkt der Zerstörungswut. Ihr fiel die gesamte Innenstadt Freudenstadts zum Opfer. Das Ende von "Alt-Freudenstadt".

Die Arkaden zur Weihnachtszeit
Das "neue" Freudenstadt oder auch das "Wunder von Freudenstadt" genannt, entstand in den Wiederaufbaujahren zwischen 1947 und 1954. Erfreulicherweise wurde nach langen Diskussionen der historische Stadtkern, also das Mühlespiel, beibehalten und den Erfordernissen moderner Städteplanung angepaßt. Auch der ehemals so florierende Kurbetrieb anfangs des 20. Jahrhunderts nahm wieder an Fahrt auf. Das "Nizza vom Schwarzwald", wie Freudenstadt in den Jahren der Belle Epoche genannt wurde, erstand aus der Asche. Wieder wurde die Stadt überm Christophstal Anziehungspunkt für Erholungsuchende aus Nah und Fern. 
In der Reichstrasse - der Fußgängerzone in Freudenstadt
Doch die Hochzeiten der Kur währten nicht lange. Heutzutage reist man nicht mehr in den Schwarzwald, das Ferne wird gesucht. Die Zahl der Gäste schwand und schwindet, vor allem die Übernachtungen gingen stark zurück. Die ehemals mondänen Hotels der Stadt sind Geschichte. Und heute erfreut sich die Freudenstadt vor allem an ihren Tagesgästen, die dieser beeindruckenden Stadt einen Besuch abstatten.

Blick auf die Stadtkirche vom Stadthaus
Heute zählt Freudenstadt mit seinen sieben Eingemeindungen an die 23.600 Einwohner. Der Herzog wäre also sehr stolz auf seine Freudenstadt, die es sogar zur großen Kreisstadt und zum Mittelzentrum im Landkreis Freudenstadt gebracht hat. Die in Touristen umbenannten Kurgäste strömen zwar nicht mehr so wie früher, jedoch gilt Freudenstadt immer noch als attraktiver Anziehungspunkt und Ausflugsziel in der Urlaubsregion Schwarzwald.
So bleibt dem Herzog nur noch eines - er wünscht allen - viel Spaß in seiner Freudenstadt...

Die Fontainen auf dem Unteren Marktplatz


