Herzog Friedrich I. war zunächst als Graf zu Mömpelgard (heute: Montbéliard in Frankreich) von 15981 - 1593 tätig. Die nachfolgenden 15 Jahre wurde er dann zum Herzog Friedrich I. zu Württemberg. Von 1593 bis 1608 regierte er in Stuttgart als mehr oder weniger beliebter und geliebter Fürst. Dank seines hin und wieder zur Herrschsucht neigendem Wesens, seines üppigen Lebensstils, der Stuttgarter Hof war zu damaliger Zeit für seine Feste bekannt, hielt sich die Beliebtheit des Fürsten im Volke und bei den Landesständen in Grenzen. Der gemeine Schwabe hatte wohl kaum Verständnis für das welsche (französische) und damit verschwenderische Gehabe am herzoglichen Hof. Die Landesstände, eine Art vordemokratische Einrichtung mit Mitspracherecht in Haushalt und Regierungsfragen, überzog den Herzog nicht nur einmal mit Bittschriften, die ihn zur Genügsamkeit mahnten. Dabei waren die französischen Sitten durchaus üblich zu jener Zeit und eine prächtige Hofhaltung hatte ihren Preis. Aupßerdem war Friedrich ja ein halber Franzose zudem noch ein guter alter Freud der franzöischen Krone. Erst nach seinem Tod wurde sein politisches, wirtschaftliches und kulturelles Wirken in vollem Umfang erkannt und gewürdigt.
Herzog Friedrich I.
Herzog Friedrich I. wurde, und das ist bemerkenswert, im heutigen Frankreich geboren. Denn Teile des südlichen Elsass gehörten damals, vom 13. bis zum 18. Jahrhundert, zu Württemberg. Er entstammte als Sohn des Grafen Georg zu Mömpelgard, einer Seitenlinie des württembergischen Hauses. Graf Georg war Bruder des Herzog Ulrich, der in Stuttgart regierte. Dessen Sohn, Herzog Christoph, Friedrich's Onkel, hatte seinerseits einen Thronnachfolger: seinen Sohn Herzog Ludwig. Dieser aber war kinderlos geblieben und so ging der vakante Herzoghut aus Stuttgart an den damaligen Grafen Friedrich zu Mömpelgard.
Herzog Friedrich I. zusammen mit seiner Frau Sybilla und seinen 15 Kindern
Sybilla von Anhalt, seine Gemahlin, die er bei Erlangung seiner Volljährigkeit im Jahre 1581 ehelichte, schenkte ihrem Gatten 15 Kinder. Auf der Abbildung sind nur 10 Kinder dargestellt, denn nur sie erreichten das Erwachsenenalter. Das Haus Württemberg war somit in seiner Nachkommenschaft gesichtert.
Der Zusammenhang zwischen Freudenstadt und Herzog Friedrich I. ist leicht hergestellt, denn ohne den Herzog gäbe es die Stadt ob Sankt Christophstal nicht. Er ließ sie im Jahre 1599 von Heinrich Schickhardt, seinem Baumeister und Architekten, erbauen. Mannigfaltige Überlegungen veranlaßten Herzog Friedrich I. hier an dieser Stelle im förchtigen Wald seine Freudenstadt erbauen zu lassen. Der Weg vom Neckartal über den Kniebispaß hinunter ins Rheintal, ein alter Handelsweg, führte an Freudenstadt vorbei. Er dachte mit dem Bau dieser Stadt zugleich an eine neue Residenz seines Herzogtums, denn im Zentrum der neuen Stadt war ein Schloß vorgesehen, das an Größe die Stuttgarter Residenz übertroffen hätte.
Auszug einer Karte um 1600
Freudenstadt ist auf der oben dargestellten Karte noch nicht eingezeichnet. Ebenso fehlt die Darstellung der linksrheinischen Gebiete Mömpelgard, Horburg und Reichenweiher. Dann würde nämlich ersichtlich, daß Freudenstadt alleine schon geografisch zentral im Herzogtum Württemberg lag und sich deshalb als neue Residenzstadt anbot. Die hochtrabenden Pläne Friedrichs wurden jäh durch seinen Tod im Jahre 1608 beendet. Sein Nachfolger Johann Friedrich verfolgte die Pläne seines Vaters nicht weiter und überließ Freudenstadt seinem Schicksal.



Herzog Friedrich